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Wie ich den peruanischen Dschungel erkundete 🦥

  • 16. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit

Peru stand immer schon auf meiner Bucket List - warum? Na klar, wegen Machu Picchu! ⛰️ Ansonsten hatte ich mich mit dem Land nie wirklich beschäftigt. Daher gingen mein Mann und ich auf unserer Weltreise 2024 davon aus, dass unser Stopp in Peru nicht länger als ein paar Tage beanspruchen wird. Da hatten wir uns aber mächtig getäuscht. Anstelle von ein paar Tagen blieben wir 3 Wochen. Wir genossen die Kulinarik in der Hauptstadt Lima, machten den längsten Tagesausflug ever (dazu gerne mehr in einem eigenen Beitrag 😉) , erkundeten das Hochland rund um Cusco und wanderten nach Machu Picchu. Was mir aber besonders gut in Erinnerung geblieben ist, ist unsere Tour in den peruanischen Dschungel.


Ausgehend von der ehemaligen Inka-Hauptstand Cusco buchten wir uns sehr spontan eine viertägige Tour in den Manu Nationalpark. Dieser Nationalpark ist Teil vom Amazonasgebiet und liegt im Südosten von Peru. Der Großteil des Regenwalds ist geschützt und nicht zugänglich. Es gibt dort nach wie vor Ureinwohner, die aber nur selten gesichtet werden und denen man lieber aus dem Weg geht, da es immer wieder zu tödlichen Begegnungen kommt. Diese Infos und noch vieles mehr erfuhren wir von unserem Tourguide Nefi. Mit ihm und einer kleinen Gruppe Reisender aus aller Welt machten wir uns frühmorgens auf den Weg in den Dschungel . Bereits die Fahrt dorthin war schon sehr abenteuerlich!


Wir fuhren viele, viele Stunden über asphaltierte, aber sehr enge, kurvige und teilweise vermurrte Straßen Richtung Nationalpark. Dabei starteten wir von über 3000 Meter Seehöhe und fuhren immer tiefer in den Regenwald hinein. Je tiefer wir kamen, umso heißer und feuchter wurde das Klima. Am Weg lag eine kleine Auffangstation für Wildtiere, welche von einer älteren alleinstehenden Frau betrieben wird und die dort verwaisten Tieren ein (vorübergehendes) zu Hause bietet. Die dort lebenden Affen waren sehr kontaktfreudig: Ein Klammeraffe kletterte sofort auf die Schultern meines Mannes, ein Totenkopfäffchen hüpfte von einem Besucher zum nächsten und ein Wollaffe gehörte ebenfalls zu der Affen-Crew. Wir amüsierten uns köstlich mit den neugierigen Tieren. Unser Highlight war aber definitiv ein kleines Faultier Baby - so etwas niedliches habe ich noch nie gesehen! 🦥

Es kam aber noch zu weiteren Tierbegegnungen auf unserem Weg in den Dschungel: Wir beobachteten Kolibris, bestaunten einen Tukan, hielten Abstand von einer Boaschlange und bewunderten einen riesigen, blau schimmernden Schmetterling. Die Artenvielfalt in diesem Nationalpark hat uns sehr beeindruckt! 🦋


Endlich im Tal angekommen war unsere Anreise aber noch nicht zu Ende. Wir stiegen vom Auto in ein Boot um und fuhren am Fluss Rio Manu weiter zu unserer Unterkunft. Bevor wir dort ankamen, wollte unser Guide "schwimmen" gehen. Wir bekamen alle Schwimmwesten und schwups, waren wir schon im Wasser. Ganz wohl war mir nicht dabei, vorallem weil das Wasser nicht klar, sondern eher dunkelbraun war - aber ich dachte mir: No Risk, No Fun! Von Schwimmen konnte man nicht sprechen, stattdessen ließen wir uns in der starken Strömung flussabwärts treiben. Unser Boot sammelte uns an einer seichten Stelle wieder ein und brachte uns noch tiefer in den Dschungel zu unserem Camp. Dort schliefen wir zwar in einfachen Holzhütten, waren aber sehr überrascht, dass wir sogar ein eigenes Badezimmer inkl. Toilette hatten - wir hätten mit weniger "Komfort" gerechnet 😇


Ausgestattet mit Gummistiefeln und Machete erkundeten wir mit unserem Guide den Regenwald. Er überließ uns die Entscheidung ob wir den "normalen" Weg oder den "Survival" Weg gehen wollten. Dreimal dürft ihr raten, wofür wir uns entschieden haben? Natürlich für die abenteuerliche Variante! Wir stapften also durch kniehohen Matsch, kämpften uns durch dickes Geäst und hatten dabei richtig viel Spaß. Auch Nachts unternahmen wir Wanderungen. Dabei lockten wir eine Tarantula aus ihrem Versteck und ich - darauf war ich sehr stolz - entdeckte eine Schlange. Diese Erkundungstouren durch den Regenwald waren wahnsinnig aufregend, aber auch aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit sehr anstrengend und fordernd. Um uns von den Wanderungen zu erholen, nahmen wir Schlammbäder im Fluss, schwangen mit einer Zipline durch die Bäume, chillten in Hängematten, kühlten uns in einem Natural Pool ab und genossen die Geräuschkulisse des Dschungels. Zwei volle Tage verbrachten wir in diesem Paradies.


Bevor es wieder zurück nach Cusco ging, passierte in der letzten Nacht noch etwas Aufregendes: Wir wurden plötzlich um 3:30 Uhr von einem Geschrei und Geklopfe aus dem Schlaf gerissen. Irgendwer rannte durch das Camp und klopfte aufgeregt an jeder Tür. Ich verstand nicht was sie sagten, stand aber auf, um dem Ganzen nachzugehen. Als ich mit einer Taschenlampe unsere Holzhütte verließ, war da ein Tier das ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte! Es war grau, in etwa so groß wie ein ausgewachsenes Schwein und hatte einen kurzen Rüsel: ein Tapir. Ehrlicherweise habe ich noch nie von einem Tapir gehört und war daher sehr erstaunt über dieses Lebewesen. Es streunte einfach seelenruhig durch das Areal und beschnupperte die Holzhütten. Scheinbar mochte es uns, denn als wir unsere Rückreise starteten, schwamm es erneut neben unserem Boot. Ein schöneres Abschiedskomitee kann man sich nicht wünschen 💚



Hier ein paar Impressionen aus dem Manu Nationalpark, Peru 📷


 
 
 

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