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Wie mich der Adam's Peak in die Knie zwang ⛰️

  • 3. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

2016 war ich das erste Mal in Sri Lanka: Backpacking mit einer Freundin. Wir hatten knappe 3 Wochen Zeit um die Insel zu erkunden. Unser erstes Ziel war das zentrale Hochland, was auch als grünes Herz Sri Lankas bezeichnet wird. Wir fuhren mit dem Zug die Berge hinauf, vorbei an Teeplantagen, nach Ella. Die hochgelegene Kleinstadt ist ein idealer Ausgangspunkt um Wanderungen zu machen und die Natur zu genießen. Genau das richtige für uns! ⛰️


Bei unserer ersten Wanderung nahmen wir uns den Little Adam's Peak vor. Es war eine relative einfache und nicht all zu anstrengende Tour und endete an einem spektakulären Aussichtspunkt. Bis auf den ersten obligatorischen Sonnenbrand, ging es uns richtig gut und wir waren bereit für größere Gipfel und körperliche Herausforderungen. Passend dazu, erfuhren wir das der Little Adam's Peak nur der kleine Bruder eines größeren Gipfels ist - dem eigentlichen Adam's Peak! Der befindet sich allerdings nicht in Ella, sondern 125 km westlich davon in Nallathanniya. Also machten wir uns auf den Weg dorthin.


Mit dem Zug und öffentlichen Bussen fuhren wir Richtung Westen. Dabei habe ich mindestens fünfmal mit meinem Leben abgeschlossen. Wer schon einmal in Sri Lanka war, weiß, dass die Busfahrer wie irre die engen Straßen entlang brettern. Wenn man sich dann vorstellt, dass sie auch bei Kurven nicht bremsen, sondern den Gegenverkehr durch Hupen "warnen", und die Straße eingepfercht ist zwischen schroffen Berghängen und tiefen Schluchten, ist es nachvollziehbar, dass man um sein Leben fürchtet. 😳 Wir haben es aber Gott sei Dank gut überstanden und kamen nach vielen, vielen Stunden heil in Nallathanniya an.


Mittlerweile haben wir in Erfahrung gebracht, dass man idealerweise die Wanderung auf den Adam's Peak um 02:00 Uhr nachts startet und oben am Gipfel den Sonnenaufgang genießt. Außerdem erfuhren wir, dass der Adam's Peak einer der heiligsten Berge der Welt ist und bei verschiedenen Religionen als Pilgerstätte gilt. Im Singhalesischen wird der Berg Sri Pada genannt, was so viel bedeutet wie "heiliger Fuß". Der Grund dafür ist, dass es oben am Gipfel ein Kloster gibt, in dessen Inneren sich eine 1,8 Meter lange Vertiefung im Felsen befindet. Die Buddhisten glauben, dass es sich um Buddhas Fußabdruck handelt, die Hindus sehen darin den Fußabdruck Shivas, die Muslime verehren den Ort als Fußabdruck Adams und die Christen sehen darin den Fußabdruck des Apostels Thomas. Das erklärt, warum viele Religionen zu diesem Ort pilgern.


Mit Wasser und Jause ausgestattet, starteten wir also mitten in der Nacht die Wanderung auf den 2.243 Meter hohen Berg. Mehr als 5.200 Stufen galt es zu überwinden. Wir waren bei weitem nicht die Einzigen auf dem Weg. Uns begegneten zahlreiche andere Touristen, aber auch viele einheimische Familien, Kinder und Jugendliche sowie alte Frauen und Männer die sich mit krummen Rücken und Gehstock den Berg hinaufkämpften - ein Ort an dem verschiedenste Nationen zusammenkommen und aus unterschiedlichen Motiven gemeinsam wandern. Das gefiel uns!


Leider schwanden bei mir schnell die Kräfte - ich kämpfte mit meinem Kreislauf und mein Wasservorrat war bald schon leer. 😣 Dennoch mühte ich mich den Berg hinauf, denn Umdrehen war keine Option. Als wir oben ankamen war es noch stockdunkel und mir war kotzübel. Es waren schon jede Menge Menschen oben am Gipfel versammelt und warteten auf den Sonnenaufgang. Um die Zeit zu überbrücken und mich etwas abzulenken, besuchten wir das Kloster mit dem Fußabdruck von Buddha, Shiva, Adam oder Thomas.


Meine Übelkeit wurde aber leider immer schlimmer. Es ging soweit, dass ich Hals über Kopf aus dem Kloster rannte, verzweifelt nach einer Toilette suchte und mich schließlich im Gebüsch neben der heiligen Stätte übergeben musste. Es war mir so peinlich! Mittlerweile sehe ich es so, dass der Ort eine "reinigende" Wirkung auf mich hatte 😅

Jedenfalls ging es mir danach schlagartig besser! Wir genossen mit zahlreichen anderen Menschen den mystischen Sonnenaufgang am Gipfel dieses besonderen Berges und ich dachte mir: Das war es wert!



Hier ein paar Impressionen von Sri Lanka 📷 (Die Bildqualität ist leider nicht die Beste)

📸 Alexandra Scheibl & Sabrina Preundler

 
 
 

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